Montag, 3. Oktober 2016

Danz op de Deel (eerste Etaasch)


Die Kabel im ersten Stock waren verlegt, die Steckdosen und Schalter gesetzt - es war Zeit, endlich die Dielung im oberen Teil des Hauses anzugehen!

Tonnenweise Holz (Kiefer, zwar zweite Wahl mit Ecken, Kanten und Macken hier und da, dafür aber entsprechend günstig angesichts der Massen, die wir brauchen) dafür hatten wir uns bei Wilhelm schon im Frühjahr ausgeguckt, angezahlt und - je nach finanzieller Lage - in Raten abgezahlt. 
Mitten im Sommer (es passte uns zeitlich so gar nicht in unsere Planung) bestand Wilhelm darauf, daß wir es endlich einmal abholen sollten, da er langsam sein Lager leeren wollte.
So füllten die gut 150 Quadratmeter (wir benötigen weniger, aber Verschnitt muß mit einkalkuliert werden) der knapp 3 cm starken und 15 cm breiten Holzdielen unterschiedlicher Längen zusammen mit Wilhelms berühmt-berüchtigten Transporter erst einen Samstag und dann unsere Diele: aufladen, verlegen vom Unterdorf ins Oberdorf, entladen und ordentlich stapeln. da weiß man, was man getan hat!


Und wieder einmal mehr: tonnenweise Holz in der Hütte.




Das Holz fristete den Sommer über sein Dasein ganz brav in der Diele, und wir bemühten uns, es nicht mehr als nötig zu verschmutzen - schließlich sollte es irgendwann einmal unser Fußboden werden.
Ergänzt wurden diese Vorräte durch Wilhelms Dachlatten, aus denen Andreas mit viel Liebe zum Detail eine Unterkonstruktion geschaffen hatte - schließlich müssen die Dielen auf irgendetwas verschraubt werden, und das auch gerne möglichst waagerecht, nicht, daß wir noch durch das Haus rollen...

Nun, da die Elektrik saß, konnten wir also das Verlegen der Dielen angehen - zumindest oben.
Mit speziellen Dielenschrauben, die Andreas im nahen Baustoffhandel entdeckt hatte, verschraubte er die entsprechend eingekürzten Dielen auf seiner Unterkonstruktion und begann im Arbeitszimmer.



Hübsch in der Nut versenkt: Dielenschraube.

Der Anfang gestaltete sich ein wenig fummelig, und der Baumeister wählte Holzkeile als Abstandshalter zur Wand, damit die Dielen auch später noch ein wenig Bewegungsfreiheit haben. 
Danach ging es ratzfatz: Dielen entsprechend einkürzen, ggfs. Aussparungen aussägen (werden später durch Leisten verdeckt), Nut und Feder verbinden (gerne schlagkräftig!), festschrauben => nächste Diele...


Die ersten Meter...



die letzte Diele.



Das gedielte Arbeitszimmer.

In kleineren Dimensionen dielte Andreas sich über die Gangway, der er sicherheitshalber noch eine Dachlatte in der Mitte spendierte - nicht, daß sich der Boden dort binnen kürzester Zeit durchbiegt.


Die ersten Dielen der Gangway...


... bis zum Schluß.


Gangway und Arbeitszimmer mit Dielenboden.

Dann machte sich der Baumeister an die kleinen Abseiten.


Andreas' Leseecke.

Im Schlafzimmer verfuhren wir ein wenig anders. 
Da wir hier gerne ein wenig mehr Ruhe und weniger Geräusche von unten hätten (darunter befinden sich das Badezimmer, der Flur und das kleine Zimmer für Gäste) schütteten wir eine dünne Lage Blähton, die den Raum ein wenig dämmen soll (wobei es hier weniger um Wärmedämmung denn um Schallisolierung geht). 
Und im Gegensatz zum Arbeitszimmer konnten wir hier u.A. aufgrund der größeren Längen die Dielen nicht im Stück legen, sondern mußten, den Längen und Federn entsprechend, stückeln. 
Dem Baumeister mag dies ein Dorn in seinem symmetrisch geschulten Auge sein, ich finde die Dielung so hübsch, wie sie ist.


Die erste, fummelige Lage.


Diverse Lagen später von hier...


... und von dort.


Nun wird sich der versierte Leser natürlich zwei Dinge fragen: was macht ihr mit der kleinen Toilette und wie behandelt ihr den Dielenboden?

Die kleine Toilette wollen wir fliesen.
Zu diesem Zweck werden wir mit Hilfe weiterer Blähton-Perlite und unserer tollen Lescha eine luftig-leichte Schüttung machen, die unsere Fliesen später aufnimmt.
Holzfußboden für eine Toilette finde ich nur bedingt optimal, insbesondere wenn es um's Saubermachen geht.

Was die Behandlung der Dielen betrifft, waren wir hin- und hergerissen.
Dielen kann man seifen, wachsen oder ölen. Alle Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. 
Nach einigem Gewühle im Netz hatte ich mich auf das skandinavische Seifen (ohne vorheriges Laugen) eingeschossen, so wie es in diesem Blog sehr anschaulich beschrieben wird.
Nach weiterem Gewühle in sehr alten Büchern entschieden wir uns für das Ölen mit Halböl, also unserer Leinölfirnis-Balsamterpentin-Mischung (Verhältnis 1:1), da man es früher auch schon so gemacht hat, und nachweislich vieles, was man früher tat (zumindest baulich), simpel und gut war.
Das Wachsen haben wir völlig verworfen, da es sich lediglich um eine Modeerscheinung handelt (vom guten, alten Bohnern einmal abgesehen); ich wäre vielleicht noch bereit gewesen, ein wenig Wachs im Halböl zu einzuschmelzen, aber wozu, wenn es auch so geht?
Also orderte ich größere Gebinde Balsamterpentins und Leinölfirnisses, mischte beide und machte mich mit Hilfe eines hübsch breiten Lasurpinsels ans Ölen der Dielen. 
Insgesamt drei Lagen sollen sie erhalten (wobei die erste die Wichtigste ist, da sie am Tiefsten eindringt), und bisher ist das Ergebnis sehr zufriedenstellend. 
Das Öl dringt tief ein (Sikkativen und Balsamterpentinöl sei Dank), trocknet recht schnell (nach 24 Stunden auf Socken locker begehbar) und verschließt die oberste Schicht des Holzes. Feuchtes Wischen mit Seifenwasser wird später also problemlos möglich sein. Und sollte es irgendwann einmal nötig sein, kann man den Boden jederzeit nachölen.
Auf die Gefahr hin, daß ich mich an dieser Stelle wiederhole: das Balsamterpentin riecht sehr angenehm nach Saunaaufguß.
Und insgesamt ist diese Lösung zwar wohl ein teurer als das Seifen mit Savon de Marseille, aber immer noch wesentlich günstiger als die Hartölmischungen einiger renommierter Hersteller. 
Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.


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